Geduld, Geduld, Geduld,... uuund Action!

Die Arbeit als Komparse und Kleindarsteller ist spannend, man weiß nie so richtig, was einen am Set erwartet. Bis kurz vorher weiß man nicht: Wann und wohin verschlägt es mich und was mache ich dort eigentlich. Wer wird da sein und wenn, wieviele?

 

Ich für meinen Teil kann sagen, dass es sehr interessant ist. Ich konnte neue Seiten an mir entdecken und mich in Geduld üben, denn Geduld braucht man wirklich. Aber es ist noch nicht einmal die Geduld. Sondern eher, dass man in dieser Zeit des Wartens nicht besonders produktiv ist. Und das fühlte sich für mich einfach merkwürdig an. Das war ich überhaupt nicht gewohnt. Ist Frau doch pausenlos damit beschäftigt, alles so effizient wie möglich zu gestalten. Jede Tätigkeit so bestmöglich und effektiv zugleich zu tun und das Ganze natürlich zack, zack hintereinander. Denn die To do-Liste ist ja schließlich lang! Und Heinzelmännchen gibts ja nicht. Pustekuchen…

 

Das Gute dabei: Ich habe gelernt, die Zeit auch mal Zeit sein zu lassen. Zu beobachten und auf mich zu schauen. Geduld, Offenheit, Kommunikationsgeschick und notfalls ein Buch in der Tasche helfen da gut weiter. Denn nicht immer sind gute Gespräche mit „Kollegen“ möglich. Genauso hilfreich sind Obst, Wasser und generell ein Snack, weil man grundsätzlich das Set nicht verlassen darf. Außerdem hat man noch verschiedene gewünschte Outfits samt Accessoires zum Wechseln dabei. An erster Stelle braucht es absolute Zuverlässigkeit, denn ohne, ist man gleich wieder draußen. Filmteams und Agenturen haben es logischerweise nicht so gern, wenn gebuchte Leute nicht am Set erscheinen. Das kostet Geld und Nerven und beides ist nicht unendlich vorhanden.

 

Nicht selten sitzt man den ganzen Tag - der durchaus 10 Stunden oder länger dauern kann – in Warteposition, bis man seinen kurzen Einsatz hat. Der im Film noch nicht einmal zu sehen sein kann. Die Örtlichkeiten sind meist improvisiert. Frieren (und auch mal schwitzen) kommt häufig vor, denn wenn ein Sommerfilm oder Werbespot gedreht wird, dann spielt man eben Sommer, egal was das Thermometer in Wirklichkeit verrät. Man muss stundenlang in einem kratzenden Pulli ausharren oder in einer kneifenden Polizeiuniform? Ja, auch das gehört dazu!

 

Zu den goldenen Regeln gehört: Schau niemals in die Kamera! Sprechen mit Schauspielern oder die Frage nach Autogrammen ist nicht erwünscht und Fotos vom Set schon mal gar nicht. Zu dem ist Stille am Set sehr wichtig und Folgsamkeit. Schließlich wird einem fast immer gesagt, was man genau in einem Moment zu tun oder zu lassen hat. Verantwortung hat man kaum. Das war und ist für mich eine der größten Herausforderungen. Die Verantwortung abgeben, die anderen machen lassen. Denn sie wissen schon was sie tun. In meinem kleinen Rahmen kann ich natürlich mitdenken, einfallsreich und einfühlsam sein. Aber ansonsten: abwarten und machen was einem gesagt wird.

 

Man macht es auch nicht des Ruhmes oder Geldes wegen. Das mussten viele schon ernüchtert feststellen. Auch Fans, die bei Kinoproduktionen ihrem Star nah sein und nebenbei unbedingt noch ganz groß herauskommen wollten. Da kann es schon zu Turbulenzen und Enttäuschung am Set kommen.

 

Mir macht es Spaß und es ist lehrreich, denn immer wieder macht man neue und vielfältige Erfahrungen. Es ist einfach mal etwas ganz anderes. Es ist spannend dabei zu sein und hinter die Kulissen zu schauen, auch wenn es dem Ganzen den vermeintlichen Glamour nimmt. Ich lerne immer wieder nette Menschen kennen und auch einiges über mich selbst. Außerdem bin ich ein Teil, eines größeren Ganzen. Und später kann ich im Kino oder vorm Fernseher sehen, was bei diesem einen Projekt herausgekommen ist.

 

Und genau deshalb, zieht es mich immer wieder ans Filmset, wo es heißt: Achtung! Ruuuhe bitteee. Ton läuft! Kamera läuft! Uuuuuuuuuuuuund Bitte!

 

 

 

 

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